Rüstzeit zum Thema "Der Soldat in unserer Zeit"
Laage, 18.09.2009, Militärseelsorge.
Soldaten des Jagdgeschwaders 73 "S" aus Laage besuchten im Rahmen einer Rüstzeit eine der größten Kriegsgräberstätten Deutschlands auf dem Golm, der höchsten Erhebung auf der Insel Usedom.

Achtzehn Soldaten, allesamt Angehörige des Jagdgeschwaders 73 "S" in Laage, nutzten das Angebot des Evangelischen Militärpfarramts, an einer Soldatenrüstzeit auf Usedom teilzunehmen. Mit dem Thema "Der Soldat in unserer Zeit!" konnten die Luftwaffensoldaten zunächst wenig anfangen. Das änderte sich jedoch, als in der Einweisungsrunde der konkrete Ablaufplan präsentiert wurde. Die Folgen des Krieges – direkt auf die Beteiligten – sollte alle Anwesenden drei Tage in ihren Bann ziehen.
Im ersten Abschnitt referierte Erwin Kowalke über seine Arbeit. Der Umbetter, der für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hauptamtlich tätig ist, berichtete über seine Arbeit. Weit mehr als 10.000 Kriegsopfer hat er seit Anfang der 90er-Jahre umgebettet: Deutsche und Russen, Polen und Kroaten, Gefallene und Kriegsgefangene, Volkssturmleute und Pimpfe. Angehörige bekommen durch die Arbeit von Kowalke Gewissheit über das Schicksal von Vermissten und mit einem Grab einen Ort der Trauer und des Gedenkens. Im zweiten Abschnitt besuchten die Soldaten die Gedenkstätte auf dem Golm, der höchsten Erhebung auf der Insel Usedom. Er befindet sich im östlichsten Teil der Insel, nahe dem Dorf Kamminke, direkt an der deutsch-polnischen Grenze.
Nach dem Bombenangriff während des 2. Weltkrieges auf die nahe gelegene Stadt Swinemünde, am 12. März 1945, wurden rund 20.000 Opfer in Massengräbern auf dem Golm bestattet, nachdem dieser zuvor bereits als Soldatenfriedhof genutzt wurde. Seit dieser Zeit ist der Golm mit etwa 23.000 Opfern die größte Gedenkstätte dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern. Hanno Hübe, Mitarbeiter der örtlichen Jugendbegegnungsstätte, schilderte die Geschehnisse in packender Art und Weise.
In der traditionellen Abschlussrunde zeigten sich die Soldaten beeindruckt. Ein besonderer Dank galt am Ende neben Hauptfeldwebel Michael Schulze, der einen großen Teil der Organisation bewältigt hatte, dem Personal des Hauses Kranich in Zinnowitz. Die Einrichtung der Pommerschen Evangelischen Landeskirche war wieder einmal ein hervorragender Gastgeber.
(Der Autor, André Stache, ist Pfarrhelfer beim Evangelischen Militärpfarramt Laage.)
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