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Rüstzeit zum Thema "Gewalt"

Seevetal, 27.03.2009, Militärseelsorge.

"Was ist eigentlich Gewalt?"
"Wo erlebe ich Gewalt?"
"Habe ich schon einmal Gewalt erlebt oder sogar ausgeübt?"

Im Plenum besprachen die Rüstzeitteilnehmer das Thema "Gewalt"
Gespräche im Plenum (Quelle: Militärseelsorge)Größere Abbildung anzeigen

Mit diesen Fragestellungen beschäftigten sich 23 Soldaten aus dem Standort Boostedt während einer Rüstzeit des Evangelischen Militärpfarramts Boostedt auf dem Sunderhof in Seevetal bei Hamburg.

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Die Soldaten bekamen Gelegenheit, in der Gedenkstätte Konzentrationslager Neuengamme nach Daten über "Geschichte und Gewalt" zu recherchieren.
Datenrecherche (Quelle: Militärseelsorge)Größere Abbildung anzeigen

Diskussionen über verschiedene Gewaltbegriffe

In Einzel- und Gruppenarbeit machten sich die Teilnehmer auf die Suche nach Definitionen von Gewalt und nach Situationen, die sie mit Gewaltausübung oder -erfahrung verbinden. Thematisiert wurden neben eindeutig als negativ eingeschätzter körperlicher und seelischer Gewalt in all ihren Ausformungen auch Begriffe wie "staatliche Gewalt" im Sinne der Rechtsordnung der Bundesrepublik Deutschland und "rechtserhaltende Gewalt" im Zusammenhang mit dem militärischen Auftrag der Bundeswehr in den Auslandseinsätzen. Irritierend war für viele Teilnehmer der Begriff "strukturelle Gewalt oder Systemgewalt" und die Wahrnehmung, dass Menschen ohne ihr Wissen Gewalt ausüben, z. B. durch ihr Konsumverhalten oder ihre unverschuldete Einbindung in globale Wirtschaftsstrukturen.

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Der 1. Kriminalhauptkommissar Jürgen Köhn vom Landeskriminalamt Hannover bei seiner "Präsentation zur Jugendgewalt".
Präsentation zur Jugendgewalt (Quelle: Militärseelsorge)Größere Abbildung anzeigen

Anschauliches über Gewalttaten

Wichtige Impulse für die Diskussion lieferten eingeladene Gäste aus Berufsgruppen, die mit Gewalttaten befasst sind. Ein Vertreter des Landeskriminalamtes Hannover berichtete über Gewalt unter Jugendlichen und Präventionsprogramme, eine Mitarbeiterin aus dem Frauenhaus Lüneburg über häusliche Gewalt und die Begleitung der weiblichen Opfer und deren Kinder. Hierzu wurden den Rüstzeitteilnehmern Ausschnitte aus der Dokumentation "Das Problem ist meine Frau" von Calle Overweg gezeigt.

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In Gruppenübungen setzte man sich mit dem Thema "Vertrauen" auseinander. Auf diesem Bild wird ein Rüstzeitteilnehmer, dem die Augen verbunden wurden, von acht anderen Teilnehmern getragen.
Vertrauensübung (Quelle: Militärseelsorge)Größere Abbildung anzeigen

"Das Gegenbild zu Gewalt ist Vertrauen"

Durch Partner- und Gruppenübungen wurden die Teilnehmer ermuntert, sich mit eigenen Grenzen, Scham und dem Mut zum Vertrauen auseinander zu setzen. "Das Gegenbild zu Gewalt ist Vertrauen – in sich selbst und andere." Dieses Motto durchzog auch die Andachten und ihre biblischen Impulse. Wer sich selbst respektieren und annehmen kann, ist auch in der Lage, ohne körperliche oder seelische Gewaltanwendung gegen andere auszukommen.

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Die Rüstzeitteilnehmer wurden bei ihrem Besuch in der Gedenkstätte Konzentrationslager Neuengamme mit dem Thema Gewalt in seiner extremsten Form konfrontiert.
Gedenkstätte Konzentrationslager Neuengamme (Quelle: Militärseelsorge)Größere Abbildung anzeigen

Gedenkstätte Konzentrationslager Neuengamme

Der abschließende Besuch in der Gedenkstätte Konzentrationslager Neuengamme im Hamburger Südosten verdeutlichte den Teilnehmern extremste Formen der Gewaltanwendung.

Das Evangelische Militärpfarramt plant, diese Rüstzeit in ähnlicher Form im Jahr 2010 erneut anzubieten.

(Der Autor, Militärpfarrer Jan-Dirk Weihmann, leitet das Evangelische Militärpfarramt Boostedt.)

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Stand vom: 27.03.2009 | Autor:

http://www.militaerseelsorge.bundeswehr.de/portal/a/eka%3Fyw_contentURL=%2F01DB090200000001%2FW27QJBXJ964INFODE%2Fcontent.jsp.html